DOZENTENPORTRAIT Anja Berg: Deutsch für den Beruf

Anja Berg ist Dozentin bei indisoft Berlin-Schöneberg für Deutsch für den Beruf (B1, B2 und B2 Plus) und außerdem im Team Sprache (Deutsch und Englisch) und Integration für den Migrations- und Integrationsberater tätig. In unserem Interview mit ihr erklärt sie uns, was einen guten Sprachdozenten ausmacht und warum Sprachkompetenzen so wichtig sind.

Lehren in der Erwachsenenbildung ist genau mein Ding!

Sprache - Migration und Integration Sprachdozentin

Erzählen Sie uns: Wer ist Anja Berg?

Nach meinem Germanistikstudium, neben dem ich auch meine Deutsch-als-Fremdsprache-Weiterbildung absolviert habe, bin ich für 2,5 Jahre nach China gegangen. Dort habe ich an einem College sowie an der Jinan Universität Studenten unterrichtet und sie während ihres Bachelors betreut.

Zurück in Deutschland war ich an unterschiedlichen Sprachschulen tätig und habe Teilnehmer aus allen Ländern dieser Welt in den Niveaustufen B1-C2 Deutsch beigebracht. Zusätzlich habe ich mich auf die Bereiche Deutsch für den Beruf und Deutsch für Mediziner/Pflegekräfte spezialisiert sowie Prüfungsvorbereitungen durchgeführt. Zusätzlich habe ich Prüferlizenzen bei Telc erworben und ganz frisch bin ich auch Zertifizierte Sprachlernberaterin und Fachdozentin für medizinische Heilberufe.

Wie lange dozieren Sie schon und was war Ihre Motivation dazu?

Dieses Jahr kann ich mein 10-jähriges Dozentenjubiläum feiern und blicke auf eine sehr interessante, lehrreiche und spannende Zeit zurück. Hätte man mich vor 12 Jahren noch gefragt, ob ich mir vorstellen könnte zu unterrichten, hätte ich darüber gelacht. Und heute sage ich: Lehren in der Erwachsenenbildung ist genau mein Ding!

Wie lange dozieren Sie schon für indisoft? Was bedeutet für Sie die Arbeit hier?

Seit Juni 2016 bin ich bei indisoft als Dozentin tätig. Bei indisoft kann ich meinen Unterricht frei gestalten, Neuerungen und Verbesserungen vorschlagen und umsetzen sowie meine Erfahrungen einbringen.

Sprache ist heutzutage unglaublich wichtig.

Welche Bedeutung hat die Bildung in Ihrem Bereich und im Allgemeinen?

Sprache ist heutzutage unglaublich wichtig. Egal, ob das nun Englisch im beruflichen Kontext ist oder ob ich in einem anderen Land mein Glück versuche. Ohne die Sprache halbwegs zu beherrschen, werde ich Schwierigkeiten haben, einen guten Job zu finden. Außerdem ist es ein gutes Gefühl, wenn man in einem anderen Land nicht auf fremde Hilfe angewiesen ist, sondern sich sprachlich halbwegs frei verständigen kann.

Was ist Ihnen bei der Vermittlung von Wissen am Wichtigsten?

Der Spaß und die Freude am Erlernen einer Sprache. Stupide dasitzen und nur lernen, vielleicht sogar noch auswendig lernen, wird einem Lernenden nicht viel weiterhelfen. Aktiver Unterricht mit vielen alltäglichen und vielleicht auch humorvollen Beispielen, mit denen sich die Teilnehmer eines Kurses identifizieren und das Gelernte auch anwenden können, behält der Lernende viel eher im Gedächtnis.

Welche Trends gibt es im Bildungsbereich, die man im Auge behalten sollte?

Interaktiver Unterricht wird vor allem im Sprachenbereich mehr und mehr den Unterricht bestimmen. Dadurch entsteht ein abwechslungsreicher Unterricht. Eine sinnvolle Methode, um nicht dem permanenten Frontalunterricht ausgeliefert zu sein.

Virtuelle Klassenräume könnten sich im Zeitalter des Internets und der digitalen Kommunikation durchsetzen. Ob diese Art des Unterrichts sich im Sprachenbereich durchsetzen wird, wird sich zeigen. Nach meiner Erfahrung ist das aktive Miteinander in einem realen Klassenraum, in Anwesenheit des Dozenten doch die effektivste Methode beim Spracherwerb.

Allerdings muss jeder für sich selbst herausfinden, welche Lernmethode für ihn die beste ist.

Individuelle Weiterbildungsprogramme ermöglichen dem Lernenden sich in die Richtung weiterzuentwickeln, in der er seine Ziele und seine Motivation sieht.

Wie beurteilen Sie das individuelle Weiterbildungsprogramm von indisoft?

Individuelle Förderung des Teilnehmers ist auf jeden Fall sinnvoller, als alle in einen Topf zu werfen. Jeder Mensch hat eine andere Bildung genossen, einen anderen Beruf gelernt, eine andere Lernmethode entwickelt oder braucht mehr oder weniger Zeit beim Erlernen des Lernstoffes. Individuelle Weiterbildungsprogramme ermöglichen dem Lernenden, sich in die Richtung weiterzuentwickeln, in der er seine Ziele und seine Motivation sieht. Der Dozent kann dadurch auch viel besser auf den Teilnehmer und seine Bedürfnisse eingehen und ihn dementsprechend fördern.

In unseren Sprachkursen zum Beispiel, lernen die Teilnehmer nicht nur die allgemeine berufliche Sprache sondern auch den Wortschatz, die Sprachhandlungen und Kompetenzen, die speziell in ihrem Beruf oder ihrer Weiterbildung wichtig sind. Somit werden sie auf die weiterführenden Module gut vorbereitet, sodass die normalerweise auftretenden Sprachbarrieren minimiert werden und auch die Integration in den Arbeitsmarkt leichter erfolgen kann.

Was macht einen guten Dozenten Ihres Fachbereiches aus?

Einen guten Sprachdozenten macht aus, dass er die Sprache mit viel Geduld, Humor und Spaß den Teilnehmern vermittelt. Er sollte sich in die Lage der Teilnehmer versetzen können, was es bedeutet, eine fremde Sprache zu erlernen. Ihnen das Gefühl geben, dass es nicht schlimm ist, Fehler zu machen. Die Teilnehmer motivieren, wenn Wortschatz oder Grammatik einfach nicht in den Kopf wollen.

Den Sprachschülern zu zeigen, wohin sie mit ihrem erlernten Wissen kommen können, Verständnis aufbringen und Freude am Unterricht sind die besten Voraussetzungen für einen guten Dozenten. Fachwissen und pädagogische Kompetenz dürfen natürlich auch nicht fehlen, aber gerade Empathie ist in diesem Beruf nicht zu unterschätzen.

Was war ein toller Moment in Ihrer Dozentenlaufbahn?

Es gibt nicht nur einen Moment!

Jedes Mal zu erleben, wenn Teilnehmer ihren persönlichen Erfolgsmoment erleben. Wenn sie eine schwere Prüfung (z.B. Deutsch für Mediziner von Telc) bestehen, wenn sie ihre eigene Entwicklung innerhalb des Kurses sehen oder einfach der Aha-Moment, wenn endlich etwas verstanden wird. Oder die Teilnehmer am Ende des Kurses zu einem kommen und ihre Dankbarkeit ausdrücken!

Haben Sie einen Lieblingsort in Berlin?

Ja! Aber den verrate ich nicht, sonst wollen andere auch noch dorthin.


Wir bedanken uns bei Anja Berg für dieses erfrischende Interview und wünschen uns, dass sie uns noch lange als Dozentin begleiten wird!

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