„Personal Branding“ – Was ist das und wie macht man es?

Was ist „Personal Branding“?

Nicht erst seit dem Zeitalter der sozialen Medien ist es zu beobachten, dass sich Menschen, ob nun Prominente, Künstler oder Selbstständige, wie Marken inszenieren. Diese Inszenierung wird als „Personal Branding“ bezeichnet, abgeleitet vom Begriff „brand“ = „Marke“ in Kombination mit dem Bezug zu einer Person.

Besonders Künstler haben diese Selbstinszenierung perfektioniert, nutzen geschickt die Möglichkeiten moderner Medien und bauen sich ein Image, eine Außenwirkung auf. Doch auch alle anderen können bestimmte Elemente des Personal Branding nutzen, um die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt, die Wahrscheinlichkeit, online gefunden zu werden oder die Darstellung eigener Fähigkeiten zu verbessern.

Doch immer der Reihe nach. Um sich selbst wie eine Marke zu inszenieren, muss man zuallererst herausfinden, wer man eigentlich ist.

Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Frei nach Precht (deutscher Philosoph, Autor & Publizist) sollten Sie sich die Frage stellen, welche Facetten Ihrer Persönlichkeit Sie beim Personal Branding in den Vordergrund rücken möchten. Verfügen Sie über Kenntnisse und Fähigkeiten, die nicht jeder hat? Über bestimmte Talente, die Sie besonders machen? Wofür stehen Sie?

Personal Branding bedeutet grundlegend, sich fachlich und menschlich von der besten Seite zu zeigen, und gleichzeitig ehrlich zu bleiben. Klingt einfach, aber wie schnell neigt man zu Übertreibungen, was eigene Kenntnisse betrifft? Wie schnell hat man bei Sprachkenntnissen etwas zu dick aufgetragen und steht plötzlich im Vorstellungsgespräch einem Muttersprachler gegenüber? Daher ist Ehrlichkeit oberstes Gebot!

Setzen Sie Schwerpunkte

Was unterscheidet Sie von anderen Bewerbern um eine Stelle? Welche Kombination von Fähigkeiten und Charaktereigenschaften bringen Sie mit, die Sie für bestimmte Themenbereiche besonders qualifiziert? Wofür interessieren Sie sich privat? All diese Dinge sollte Sie sich vor Augen halten, sie ehrlich und kritisch hinterfragen.

Folgende Fragen helfen, das eigene Profil zu schärfen:

Was kann ich besonders gut oder besser als die meisten anderen?

Hierbei geht es darum, sich selbst zu durchleuchten. Sind Sie gut darin, andere zu überzeugen? Können Sie gut Streit schlichten? Können Sie besonders gut mit Wörtern umgehen oder begnadet gut singen? Auch vermeintlich sinnlose Talente können hier ausschlaggebend sein. Unternehmen suchen ja nicht nur nach fachlich, sondern auch nach menschlich qualifizierten Mitarbeitern.

Wofür stehe ich?

Hier geht es um grundlegende philosophische Fragen. Achtung: Diese Dinge müssen Sie natürlich nicht öffentlich kommunizieren, sie helfen aber dabei, sich selbst kennenzulernen. Sind Sie der Meinung, dass die Welt ein besserer Ort werden muss und setzen sich dafür ein? Wollen Sie einfach so viel Geld wie möglich verdienen oder anderen Menschen helfen? Hier ist Ehrlichkeit unabdingbar, sonst belügt man sich selbst.

Was möchte ich erreichen?

Wo möchten Sie beruflich hin? Welche Ziele möchten Sie erreichen? Die Antworten auf derartige Fragen bestimmen, wie Sie sich im Folgenden aufstellen sollten. Sind Sie der karriereorientierte Typ? Möchten Sie Freiberufler sein? Für beide Szenarien sind durchaus unterschiedliche Wege des Personal Branding sinnvoll.

Auftreten und Selbstpräsentation

Wie heißt es? „Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.“ Von daher ist es wichtig, das eigene Auftreten, die Ansprache der eigenen Zielgruppen und die Zusammenstellung eigener Inhalte so auszurichten, dass sie möglichst perfekt passen.

Genauso wenig, wie Sie vermutlich im Schlafanzug zu einem Vorstellungsgespräch gehen werden, sollten Sie Ihre Selbstdarstellung im Netz dem Zufall überlassen. Marken arbeiten hier mit dem sogenannten „Corporate Design“, um z.B. ein einheitliches optisches Erscheinungsbild zu erschaffen. Gleiches sollten Sie ebenfalls versuchen. Website, Visitenkarte, Kleidung, Schmuck, Auftreten in Social Media – egal, welchen persönlichen Stil Sie verfolgen, das Auftreten sollte einheitlich sein. Eine quietschbunte Website zu betreiben, während Sie beruflich und privat ausschließlich in Schwarz herumlaufen … das kann durchaus ein netter Kontrast sein, häufiger wird es den Betrachter aber verwirren.

Ihr Farb- und Gestaltungskonzept sagt eine Menge über Sie aus. Auch wenn man Farbgebung nicht überbewerten sollte, spielt sie in der Wahrnehmung des Betrachters eine wichtige Rolle. Dominante Rottöne werden schnell als aggressiv wahrgenommen, kräftiges Blau wirkt kalt, daher sollten Sie Farben mit Bedacht wählen. Gerade beim Gestalten einer eigenen Website gilt: Weniger ist mehr. Das betrifft sowohl die Anzahl der Farben und Schriftarten, als auch die Anzahl der Navigationspunkte und Unterrubriken.

Welche Plattformen lassen sich für Personal Branding einsetzen?

Hier gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute zuerst: Alle Plattformen lassen sich dafür einsetzen. Nun die schlechte: Welche davon für Sie optimal sind, müssen Sie selbst herausfinden.

Berufliche Netzwerke

Natürlich denkt man bei beruflicher Selbstdarstellung zu allererst an Business-Netzwerke wie xing und LinkedIn. Diese sind hervorragend dazu geeignet, sich selbst aus fachlicher Sicht zu inszenieren. xing ist dabei vor allem im deutschsprachigen Raum populär, international werden Sie damit jedoch kaum jemanden erreichen. LinkedIn hingegen ist weltweit verbreitet. Sollten Sie also eine Karriere in einem international tätigen Unternehmen anstreben, wäre LinkedIn das wichtigere Netzwerk. Natürlich schadet es nicht, in beiden Netzwerken ein Profil zu betreiben. Neben den beiden großen gibt es natürlich eine Vielzahl von Nischennetzwerken wie DasAuge, was eher auf Kreativschaffende ausgerichtet ist.

Die eigene Website

Eine eigene Website bzw. ein eigenes Blog lassen sich selbstverständlich für die Selbstdarstellung einsetzen. Achten Sie hier neben dem Gestaltungskonzept bitte auch auf rechtliche Stolperfallen wie die Impressumpflicht, die Datenschutzerklärung oder das Double-Optin, sofern Sie einen Newsletter anbieten. Für eine eigene Website greifen Sie bitte auf einen Hostinganbieter mit Sitz in Deutschland zurück, um Datenschutzprobleme zu vermeiden. Cloudlösungen wie wordpress.com sind indes nicht zu empfehlen, da die Daten hier irgendwo im Ausland abgelegt werden. Möchten Sie WordPress benutzen, lassen Sie es von einem Hostinganbieter auf einem Server in Deutschland installieren.

Social-Media-Plattformen

Facebook, Twitter, Instagram & Co. lassen sich neben der privaten Nutzung natürlich auch für berufliche Zwecke einsetzen. Hier sollten Sie, sofern möglich, „Unternehmensprofile“ nutzen. Facebook und Instagram bieten die Möglichkeit hierzu. Besonders bei Facebook ist es sinnvoll, die berufliche Kommunikation nicht über das private Profil, sondern eine berufliche „Fanpage“ zu erledigen. Letztere bietet spezielle Funktionen dafür, und Facebook untersagt die überwiegend berufliche Nutzung privater Profile in seinen AGB. Zum Anlegen einer Fanpage benötigt man jedoch ein privates Profil. Twitter kennt keine Firmenseiten, hier könnten Sie alternativ ein weiteres Profil für die berufliche Nutzung anlegen, wenn Sie nicht ihr privates nutzen möchten. Bei Instagram ist es seit Kurzem möglich, ein Profil in ein „Unternehmensprofil“ umzuwandeln, um u. a. Zugriff auf Statistikdaten zu erhalten.

Bitte denken Sie auch beim Betreiben von Social-Media-Kanälen an die Impressumpflicht.

Welche Inhalte sollten im Rahmen des Personal Brandings kommuniziert werden?

Hier gilt die Regel: Kommunizieren Sie das, was Ihre Zielgruppe interessiert. Sie möchten sich beruflich eine Reputation als Experte aufbauen? Veröffentlichen Sie regelmäßig gute Inhalte auf Ihrem Blog. Ob das Texte sind, Bilder, Videos, Podcasts oder Whitepaper (kostenlose, fachliche Präsentationen), ist dabei komplett Ihnen überlassen.

Ein Redaktionsplan kann hilfreich sein, um sich längerfristig Ideen bereitzulegen, die man dann nach und nach umsetzt. Eine Wochenserie über aktuelle Entwicklungen in Ihrem Fachgebiet? Umgesetzt als Podcast? Warum nicht. Ihre Inhalte sollten exklusiv und aktuell sein. Von anderen abzuschreiben oder uralte Geschichten wieder aufzuwärmen, wird niemanden hinter dem Ofen hervorlocken. Halten Sie Ausschau nach Trends in Ihrem Fachgebiet, schreiben Sie darüber, lassen Sie Ihre Zielgruppe an Ihren Interessen teilhaben.

Natürlich dürfen und sollen Sie auch über sich erzählen. Hier müssen Sie natürlich für sich selbst entscheiden, wie weit ins Private Ihre Erzählungen gehen sollen. Nicht in allen beruflichen Feldern ist ein Offenbaren privater Interessen sinnvoll.

Werkzeugempfehlungen

Canva

Canva ist ein kostenlos nutzbares, browserbasiertes Grafikprogramm. Sie benötigen ein neues Titelbild für Ihre berufliche Fanpage auf Facebook oder ein Beitragsbild für Ihr Blog? Canva bietet eine Vielzahl praktischer Vorlagen und Gestaltungselemente, erlaubt den Export in verschiedene Formate und lässt sich via mobiler App auch hervorragend auf dem Smartphone oder Tablet verwenden.

Trello

Trello lässt sich ideal für das Planen eigener Aufgaben oder das Erstellen eines Redaktionsplans verwenden. Kostenlos, browserbasiert, ebenfalls als mobile App nutzbar, können Sie in Trello beliebig viele „Boards“ anlegen, um Ideen zu sammeln, zu planen und umzusetzen.

Buffer

Buffer eignet sich gut, um Beiträge in verschiedenen Netzwerken zu planen, ohne alles manuell einstellen zu müssen. Die kostenlose Version ist etwas eingeschränkt, reicht aber für den Anfang aus. Mit Buffer können Sie Beiträge für Ihre Social Media Netzwerke vorbereiten, die dann automatisch zum gewünschten Zeitpunkt veröffentlicht werden.

Empfehlungen zum Thema Coaching

Benötigen Sie ein professionelles Coaching (AVGS)? Dann nimmt Sie indisoft gern an die Hand. Stöbern Sie in unseren Angeboten zu den Themen Bewerbungstraining, EDV-Training „Fit für die Bewerbung“, Existenzgründung oder Sprache für den Beruf. Die Maßnahmen bieten eine grundsätzliche Orientierung auf dem Arbeitsmarkt in verschiedenen Fachbereichen und eine Unterstützung auf dem Weg in den Arbeitsmarkt, ob als Arbeitsnehmer oder als Selbstständige. AVGS-Maßnahmen können Sie sich über einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein fördern lassen.

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