indisoft-Dozentenportrait: Franz Brieke

Wir freuen uns sehr, dass wir einen weiteren unserer Dozenten dazu gewinnen konnten, uns ein wenig seiner knapp bemessenen Freizeit für ein Interview zu schenken. Heute ist Franz Brieke an der Reihe. Viel Spaß beim Lesen.

Franz Brieke – Dozent im Bereich Gesundheitswesen

Franz Brieke, Dozent für Gesundheitswesen bei indisoftBitte stellen Sie sich doch kurz vor!

Als gebürtiger Niedersachse kam ich 1954 in der alten Universitätsstadt Göttingen zur Welt. Dort verlebte ich meine Kindheit und Jugend. Nach meiner Schulzeit absolvierte ich in Hildesheim meine Ausbildung zum Krankenpfleger.

Bereits kurze Zeit nach meinem Examen hatte ich die Gelegenheit, 1979/80 für ein halbes Jahr in Thailand zu arbeiten. In einem Lager für Geflüchtete aus Kambodscha (dort führten gerade die „Roten Khmer“ unter Pol Pot ihr Schreckensregime) galt es, zusammen mit zahlreichen internationalen Hilfsorganisationen die medizinische Versorgung von Kranken und Verletzten aufzubauen und zu sichern.

Nach meiner Rückkehr übernahm ich innerhalb der Landesgeschäftsstelle einer großen Hilfsorganisation in Hannover das Referat „Aus- und Fortbildung Pflegehilfsdienst“. Wenig später kam noch das Referat „Soziale Dienste“ hinzu. Betriebsintern hatte ich dann Gelegenheit, mich im betriebswirtschaftlichen Sektor weiterzubilden, sodass ich 1993 für die Organisation die Stelle des Stadtgeschäftsführers in Berlin übernehmen konnte.

Nach fast 15 Jahren im selben Unternehmen verspürte ich Lust auf neue berufliche Herausforderungen. Als mir die Stelle des Einrichtungsleiters in einem Seniorenheim für Blinde und hochgradig Sehbehinderte angeboten wurde, konnte ich den geplanten Wechsel erfolgreich vollziehen.

7 Jahre später verließ ich die Einrichtung, um mir eine freiberufliche Dozententätigkeit aufzubauen. Im Auftrag eines Bildungsträgers konzipierte ich die Umschulung in dem damals gerade neu entstandenen kaufmännischen Berufsfeld „Kauffrau/Kaufmann im Gesundheitswesen“.

Zwischenzeitlich stillte ich meinen eigenen „Bildungshunger“ mit einem Weiterbildungsstudiengang „Mediation und Coaching“. Zusammen mit einem Partner gründete ich im Anschluss darauf ein Büro für Mediation, Coaching und Beratung.

Wie lange dozieren Sie schon und wie sind Sie dazu gekommen?

Freiberuflich bin ich seit Ende 2003 für verschiedene Bildungsträger und berufsbildende Schulen bundesweit tätig. Allerdings gehörte es auch vorher schon immer zu meinem Berufsalltag, zu unterrichten, zu schulen oder anzuleiten. Ob die Ausbildung von Ersthelfern, die Schulung von Zivildienstleistenden und Schwesternhelferinnen sowie Hospizhelfern oder die Anleitung von Praktikanten, schon immer stand die Wissensvermittlung im Zentrum meines Handelns.

Wie lange sind Sie schon bei indisoft als Dozent tätig?

Für indisoft bin ich seit Anfang 2004 freiberuflich als Honorardozent tätig, seit August 2016 gehöre ich nun zum Kreis der festen Mitarbeiter. Im Fachbereich Gesundheit (IWP-Gesundheit) unterstütze und begleite ich die Teilnehmer beim Lernen. Da es hier um ein individuelles Lernen geht, tritt hier zunehmend das eigentliche „Dozieren“ in den Hintergrund. Dafür geht es vermehrt darum, die Teilnehmer*innen im eigenen Lernprozess zu festigen und bei Problemen Unterstützung anzubieten. Derzeit sind es vornehmlich die Bereiche „Pflegebasisqualifikation“, „zusätzliche Betreuungskraft“ und „medizinische Schreibkraft“, die als Weiterbildungsziele von den Teilnehmer*innen angestrebt werden.

Was bedeutet für Sie indisoft bzw. das Arbeiten hier?

Ich sehe indisoft als einen modernen Bildungsträger mit einem breiten Angebot an beruflichen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Moderne, zeitgemäße Konzepte, wie beispielsweise IWP, für die Erwachsenenbildung erfordern auch seitens des Dozententeams eine ständige Flexibilität, um den Teilnehmern ein individuelles Lernen zu ermöglichen.
Gerade Berufe im Gesundheitswesen erfreuen sich derzeit einer großen Nachfrage seitens der Arbeitgeber. Die demografische Entwicklung in Deutschland erfordert auch in den kommenden Jahren eine große Zahl engagierter und gut ausgebildeter Menschen in Pflege, Betreuung und Gesundheitsverwaltung.

Welche Bedeutung hat für Sie Bildung im Bereich Gesundheitswesen und im allgemeinen?

Der Stellenwert von Bildung kann in unserer Gesellschaft allgemein nicht hoch genug angesetzt werden. Damit meine ich allerdings nicht ausschließlich nur schulische und berufliche Bildung sondern auch die Bildung der Persönlichkeit des einzelnen Menschen sowie die Stärkung von Sozial- und Handlungskompetenz.

Im Gesundheitswesen kommt der Aus-, Weiter- und Fortbildung eine ganz besondere Wichtigkeit zu. Das drückt sich in den Ausbildungs- und Berufsordnungen der ärztlichen und nichtärztlichen Gesundheitsberufe sowie in gesetzlichen Vorgaben aus. Darüber hinaus ist das Tempo von Neuerungen, Veränderungen und Reformen mehr als rasant.

Ein einfaches Beispiel hierzu: Der Einsatz von zusätzlichen Betreuungskräften in Pflegeeinrichtungen für Senioren ist in § 87b SGB XI geregelt. Es gibt dazu weitergehende Richtlinien des GKV-Spitzenverbands. Für die zweitägige, jährliche Fortbildung (s. g. Refresher) dieser Betreuungskräfte gilt Gleiches. Sowohl die Qualifizierung als auch die Fortbildung gehören zum Portfolio von indisoft.

Welche aktuellen Trends gibt es in Ihrem Bildungsbereich, die man im Auge behalten sollte?

Ein interessanter Bereich ist die Entwicklung neuer Wohn- und Betreuungsformen für Seniorinnen und Senioren. Bedingt durch die demografische Entwicklung wird sich hier in den kommenden Jahren einiges tun. Erste positive Ansätze sind bereits erkennbar.

Auf dem Sektor der ambulanten ärztlichen Versorgung ist ein besonderer Trend zur Bildung von Ärztenetzwerken zu beobachten, um eine bessere und ganzheitliche Patientenversorgung unter der gleichzeitigen Berücksichtigung von Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsaspekten zu gewährleisten.

Wie beurteilen Sie das individuelle Weiterbildungsprogramm von indisoft?

Das individuelle Weiterbildungsprogramm (IWP) halte ich für ein zeitgemäßes Konzept in der Erwachsenenbildung. Die Teilnehmer*innen haben den Vorteil, im eigenen Tempo zu lernen, bereits vorhandene Kenntnisse können Berücksichtigung finden und Wissenslücken geschlossen werden.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil ergibt sich aus dem gesicherten Starttermin, unabhängig von einer notwendigen Mindestteilnehmerzahl. Kurz gesagt, unsere Teilnehmer*innen wissen sicher, dass sie am nächsten Montag ihren Kurs beginnen können.

Welches sind Ihre bekanntesten Projekte, Veröffentlichungen oder Partner, von denen man vielleicht schon einmal etwas gehört hat?

Für mich bedeutend war, zusammen mit einem Partner, die gemeinsame Gründung eines Büros für Mediation, Kommunikation und Beratung. Weitere Informationen dazu gibt es unter: http://www.mcb-partner.de/

Meine eigene Website befindet sich gerade im Aufbau. Unter http://franz-brieke.de/ gibt es zumindest schon einmal erste Kontaktdaten. Ansonsten ist mein Profil auch auf Xing zu finden.

Haben Sie einen Lieblingsplatz in Berlin?

Ein wesentlicher Grund, warum ich noch immer in Berlin bin, ist der Tatsache geschuldet, dass es nicht einen Lieblingsplatz gibt, sondern viele. Diese alle aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen. Zudem ist es auch die kulturelle Vielfalt, die mich an Berlin begeistert. Kurzum: Mein Lieblingsplatz ist variabel und immer gerade dort, wo ich Schönes erlebe und mit lieben Menschen zusammen bin.

Haben Sie ein „Leitmotto“ oder einen typischen Spruch, den Sie oft verwenden?

Ein typischer Spruch, den ich gerne mal benutze ist: „Auch Ratschläge sind Schläge!“ Er stammt nicht von mir, sondern von einer Psychologin, bei der ich meine Mediations- und Coachingausbildung absolviert habe. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass es in der Arbeit mit Menschen oft zielführender ist, wenn der betreffende selbst auf die hilfreiche Lösung kommt, als mit einem, wenn auch gut gemeinten, Ratschlag „bedient“ zu werden.


Wir bedanken uns bei Franz Brieke für diesen tiefen Einblick in sein Dozentenleben und wünschen uns, dass er uns noch lange als Lehrkraft erhalten bleibt!

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