Nonverbale Kommunikation: Ihr Körper spricht schon, bevor Sie es tun

nonverbal FührenDas Wort „Sprache“ in Körpersprache deutet unmissverständlich bereits darauf hin, dass unser Körper ebenso kommuniziert. Er teilt dem Gegenüber mit, ob Sie dominant oder zurückhaltend sind und ob Sie meinen, was Sie sagen. Der Mensch beurteilt sein Gegenüber anhand des ersten Eindrucks und der passiert Großteils nonverbal. Dabei verrät der Gang, die Haltung und vor allem, wie Sie den Raum betreten bereits viel über Sie. Betreten Sie als Vortragender, Dozent oder Führungskraft den Raum zielgerichtet, aufrecht und mit dem Blick auf die Gruppe gerichtet, macht das ein konträres Bild zu einer gekrümmten Haltung und einem nach unten gerichteten Blick. Die Gruppe erkennt sofort, wie viel Spielraum sie bei Ihnen hat. Wenn Sie nonverbal nicht überzeugen, werden Sie auch verbal keinen Erfolg haben, nicht mit den besten Argumenten.

Auswirkungen der nonverbalen Kommunikation

Wenn Sie sich bewusst werden, welchen Einfluss Ihre nonverbale Kommunikation nimmt, können Sie Schritt für Schritt diese verbessern, um mehr Erlaubnis und Zugeständnis von Ihrem Publikum zu erhalten.

Unser Dozententrainer Michael Kramer hat sich mit der Frage beschäftigt: Wie kann ich einen Raum bereits beim Betreten einnehmen und ausfüllen? Gerade wenn Sie vor mehreren Menschen sprechen, ist der erste Eindruck oft entscheidend, ob man die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Zuhörer bekommt oder nicht.  Wissen Sie, dass sogar Ihre Atmung darüber entscheiden kann, ob Sie Erlaubnis Ihrer Gegenüber erhalten oder ob sie sich Ihnen verschließen? Eine tiefe Atmung schafft eher ein grünes Licht als flache. Denn eine hektische Atmung signalisiert Nervosität, eine tiefe hingegen Entspanntheit und Ruhe.

Raumsprache beeinflussen

Raumsprache nonverbalMichael Kramer weißt auf drei Techniken hin, die man für eine machtvolle nonverbale Kommunikation nutzen kann: markieren, flanieren und kontaktieren.

Der Vortragende  markiert, in dem er seine Gegenstände im Raum verteilt, die Wand mit einem Poster behängt, sich auf den Stuhl setzt, seine Tasche auf den Tisch stellt. Es signalisiert ein Präsent-sein im Raum. Man kann auch mit Düften arbeiten, dabei aber unbedingt dezent bleiben.  Mit diesen einfachen Mittel  können auch nicht-dominante Menschen einen Macht-Ort schaffen und sich Raum nehmen.

Mit „flanieren“ steckt der Akteur den Raum ab, den er einnehmen möchte, indem er ihn betritt bzw. durchwandert. Er bleibt dabei aber ebenso sensibel für den Teilnehmerraum, den er ihm lässt.

Wie ich in Kontakt mit meinen Zuhörern trete ist ebenso entscheidend für die Resonanz meiner Gruppe.  Fester Stand, langsames Sprechen und große Gesten strahlen dabei Souveränität aus. Bleiben Sie dabei sensibel und beobachten, was Ihre Zuhörer brauchen und wie sie reagieren. Dabei ist es auch wichtig, die Proxemik einzuhalten, also die räumliche Konstellation der Kommunikations- und Interaktionspartner einzuhalten. Das bedeutet konkret, die nötige Distanz zu wahren, um auch dem Empfänger/Teilnehmer seinen Raum zu lassen. Denn zu voreilige Nähe oder zu viel davon kann ihn verunsichern oder abschrecken. Die Proxemik oder Raumdynamik im Alltag zu beobachten, kann viel Aufschluss darauf geben, wie viel Raum der Mensch benötigt. Das ist natürlich abhängig von der Art des Raumes, denn in einer vollen U-Bahn lässt man schon einmal mehr Nähe zu als in einem leeren Veranstaltungsraum.

Senden und Empfangen von BotschaftenEinfluss nonverbal

In diese ersten Handlungen (markieren, flanieren, kontaktieren)  fließt die Frage mit ein: „Wie sage ich etwas, sodass es auch ankommt?“, womit durch die Raumeinnahme der erste Schritt dazu schon getan ist. Seien Sie nicht nur Vermittler dessen, was Sie sagen möchten, sondern sorgen Sie auch aktiv dafür, dass es bei Ihren Zuhörern auch aufgenommen und verstanden wird.

Wollen Sie mehr zu diesem Thema wissen und erlernen, wie Sie Ihre nonverbale Kommunikation stärken können?

Michael Kramer bietet dazu ein Ganztagsseminar im Rahmen der iDA (indisoft Dozentenakademie) an. Nähere Infos zum Seminar „Nonverbales Führen von Gruppen“.

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