8 einfache und effektive Lerntipps

Jeder von uns hat in seinem Leben schon für irgendetwas pauken müssen, aber haben Sie eigentlich schon einmal lernen gelernt? Wissen Sie, wie Sie effektiv und konzentriert lernen können? Es sind keine großen Geheimnisse, die wir hier aufdecken. Aber es wieder einmal gelesen zu haben hilft, sich die Umstände ins Bewusstsein zu rufen, wie „Wie lerne ich eigentlich?“. So kann man seine Angewohnheiten bewusster beobachten und seinen Lernalltag verbessern. Unser Dozententrainer Michael Kramer hat uns mit hilfreichen Tipps aus seiner Lernpraxis unterstützt.

Lerntipp 1: Für eine gute Lernumgebung sorgen

Eine gute Lernumgebung wirkt Wunder, deshalb ist ein geräumiger, gut beleuchteter Arbeitsplatz mit geringer Ablenkung empfehlenswert.

  • Wenn Sie an der frischen Luft lernen, sollten Sie sich ein ruhiges Plätzchen im Schatten oder Halbschatten suchen, wo Sie nicht leicht abgelenkt werden können. Dabei Ohrenstöpsel und Sonnenbrille zur Sicherheit mitbringen.
  • Möglichst Tageslicht verwenden. Falls davon nicht genügend vorhanden ist, können Sie Tageslichtlampen einsetzen.
    „Ich selbst setze Tageslichtlampen seit über einem Jahr sehr erfolgreich ein. Damit kann ich z.B. wesentlich länger lernen ohne müde zu werden,“ erzählt uns unser Trainer Michael Kramer, der nicht nur andere, sondern sich auch ständig selbst weiterbildet.
  • Für Ruhe sorgen. Niemand kann gut bei Lärm lernen. Hilfreich bei Straßenlärm oder ähnlichem sind notfalls Ohrstöpsel.
  • Ein aufgeräumter Arbeitsplatz lenkt weniger ab. Ablenkende Dinge vom Schreibtisch verbannen, sich an einen aufgeräumten Tisch setzen und nur Arbeitsmittel, die man zum Lernen braucht, in Griffweite haben
  • Für ausreichend Getränke in der Nähe des Arbeitsplatzes sorgen. Denn ein Flüssigkeitsmangel wirkt sich negativ auf die Gehirnarbeit aus. „Ich verwende meistens grünen Tee. Der wirkt (bei 2 Minuten Ziehzeit) anregend und wach machend. In China gilt der grüne Tee als „Geist fördernd“. Am Abend verwende ich gerne Roiboschtee (auch Rotbuschtee) genannt. Dieser ist reich an Mineralien und ohne Koffein (Teein) und ermöglicht dadurch einen guten Schlaf,“ plaudert Michael Kramer aus dem Nähkästchen.
  • Keine Musik nebenbei hören, da dadurch die Aufnahmefähigkeit des Hirnes stärker beansprucht wird.
  • Das Gehirn benötigt zum Arbeiten möglichst viel Sauerstoff. Durch eine erhöhte Sauerstoffzufuhr kann also die Denkleistung sichtlich gesteigert werden. Dies können wir ausnutzen, indem wir uns beim Lernen an der frischen Luft bewegen. So kann zum Beispiel ein Vokabellernen mit Lernkarteikarten im Freien (z.B. auf einer ruhigen Parkbank nach einem Spaziergang) erfolgen.

Lerntipp 2: Ein Lernmix aus Lerntypen

effektiv lernenFür effektives Lernen ist es hilfreich, möglichst viele Sinnesorgane am Lernprozess zu beteiligen. Jeweils nur Hören, nur Lesen oder nur Schreiben langweilt das Hirn auf Dauer. Wenn Sie also nach Lerntypen gelernt haben zu lernen, haben Sie sich vermutlich auch eine bestimmte Methode antrainiert. Fokussieren Sie sich aber nicht auf die eine Methode, sondern variieren Sie Ihr Lernen.

Lerntipp 3: Auf körperliche Begebenheiten achten

  • Ein voller Bauch studiert nicht gern, daher soll man vor einer Lerneinheit nicht zu viel essen.
    Wir können allerdings die Leistungsfähigkeit unseres Gehirnes durch gewisse Lebensmittel beeinflussen. Für ein kurzzeitiges Hoch ist Zucker oder Koffein wirksam. Sogar der vielverbreitete Traubenzucker bringt nur kurz Energie, danach sinkt die Leistungskurve wieder ab. Die darin enthaltene Glukose löst sich schnell auf und liefert dabei sofort Energie an das Hirn. Im Gegensatz dazu stehen Obst und Nüsse. Hier aber zu denken, „viel hilft viel“ ist aber wieder kontraproduktiv, weswegen kleine Portionen über den Tag verteilt am effektivsten sind.
  • In den Pausen nur kleine Portionen essen. Als kleiner Snack empfehlen sich besonders Obst und Gemüse sowie Nüsse. Dies versorgt den Körper mit Glukose, die sich erst nach und nach löst.
  • Bei leichten Kopfschmerzen müssen Sie nicht gleich mit Schmerztabletten dagegen ankämpfen. Ein kleines Mittagsschläfchen (Powernap) oder ein grüner Tee helfen oft genauso gut und sind außerdem gesünder. In China sagt man sogar: Im Tee liegt die Weisheit.
  • Sorgen, Stress und emotionaler Druck verhindern ein effektives Lernen. Eine positive Einstellung zum Lernen fördert das Merken. Negative Emotionen verhindern es. Deshalb kann es helfen, sich vor Augen zu halten, wofür Sie diese Prüfung machen. Um unnötigen Stress zu vermeiden, planen Sie genug Vorlaufzeit bei einer Prüfung ein und immer etwas Zeitpuffer für Wiederholungen und unvorhergesehene Zeitfresser ein, um nicht in Zeitnot zu geraten.

Lerntipp 4: Zeitplan erstellen

Teilen Sie sich den gesamten Lernstoff in „Lernportionen“ ein, dies hilft die Übersicht zu bewahren und macht Erfolge sichtbar. Machen Sie sich einen groben oder detaillierten Zeitplan, bis wann Sie die Portionen geschafft haben wollen. Rechnen Sie bei jeder Portion etwas Zeit dazu, falls Ihr Plan durchkreuzt wird oder Sie nicht alles in der geplanten Zeit schaffen.

Lerntipp 5: Feste Lernzeiten festsetzen

Beginnen Sie eine Lerneinheit mit leichten und interessanten Aufgaben, um dem Gehirn Zeit zum Aufwärmen zu lassen.

Planen Sie feste Lernzeiten ein und schreiben Sie sich einen „Stundenplan“.

Dieser könnte so aussehen:

  • kurzes geistiges Aufwärmen – wie Gehirnjogging, Denkspiele, wenig anspruchsvolle Aufgaben (10-15 Minuten)
  • 9:00 Uhr- 9:45 Uhr Lerneinheit 1
  • 9:00 Uhr-10:45 Uhr Lerneinheit 2
  • 11:00 Uhr-11:45 Uhr Lerneinheit 3
  • nochmal kurz Wiederholen

Nehmen Sie sich nicht zu viel für einen Tag vor. Hier sind jeden Tag zwei Stunden wirkungsvoller als acht Stunden zu lernen.

Wenn wir ganz kurz vor Prüfungen lernen, haben wir es meist schon direkt danach wieder vergessen, was vielleicht kurzfristig Erfolg bringt. Sie möchten sich doch Inhalt langfristig aneignen, um ihn jederzeit abrufen zu können.

Lerntipp 6: Pausen machen

Lerntipps WeiterbildungNach 45 Minuten vollster Konzentration ist eine kurze Pause (5-10 min) notwendig. Ein wenig Bewegung an frischer Luft oder auch ein geöffnetes Fenster sind ein optimales Pausenprogramm.

Die Pausen sind ebenso dazu da, um auf die Toilette zu gehen. Dies verhindert Unterbrechungen während des Lernens.

Lerntipp 7: Ausreichend Schlaf

Vor dem Schlafen kann man sich gut auf den nächsten Tag vorbereiten, in dem man kurz den Stoff durchliest, den man für den nächsten Tag geplant hat. Das Gehirn beschäftigt sich dann im Schlaf schon einmal damit.

Außerdem ist es wichtig, für ausreichend Schlaf zu sorgen. Bei überwiegend geistiger Arbeit benötigt der Körper mehr Schlaf.

Lerntipp 8: Belohnung im Anschluss

Sich selbst belohnen, indem man sich etwas Gutes gönnt, nachdem man ein Zwischenziel erreicht hat, ist wichtig für den Ansporn. Wenn Erfolge sichtbar werden, steigt die Motivation und damit fällt weiteres Lernen leichter.

Auch ein Stück Schokolade zwischendurch, nach einem „Etappensieg“ wirkt sich bereits sehr gut auf die Stimmung aus.

 

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